Test: Arrma Infraction Race Truck

Simon Kurzbuch testet den Infraction Race Truck von ARRMA

Wir haben den mehrfachen RC-Champion Simon Kurzbuch gebeten, den gut motorisierten Infraction Race Truck von Arrma für uns zu testen. In einem kurzen Gespräch hat uns Simon seine Eindrücke geschildert.

Der Infraction Race Truck – pure Power

Die Marke ARRMA wirbt mit dem Claim «Designed Fast, Designed Tough». Frei übersetzt: Entwickelt für Geschwindigkeit und um hart im Nehmen zu sein. Weil das Fahrzeug mit einer Spannung von bis zu 22,2 Volt (4–6S) betrieben wird, ist definitiv davon auszugehen, dass eine vergleichsweise hohe Fahrleistung gegeben ist. Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit bei den technischen Spezifikationen des Modells von über 128 km/h an – aufgrund der verbauten Komponenten ein realistischer Wert. Beim Aufbau des Chassis hat sich ARRMA bei bewährter Technik aus dem Modellrennsport bedient. So steht der Race Truck solide auf einer 3 mm dicken 6061-T6-Aluminium-Chassisplatte. Die Lenkhebel sind mittels Pivot Ball mit dem unteren und oberen Querlenker solide verbunden. Der Antriebstrang besteht aus einer Materialkombination, die mit der zur Verfügung stehenden Fahrleistung zurechtkommt. Weiter verspricht der Hersteller, dass das Fahrzeug dazu geeignet ist, überall und zu jederzeit bewegt werden zu können. Dies auf Asphalt, aber auch auf Schotter. Auf Wunsch kann sich der Fahrer vom eingebauten AVC (Active Vehicle Control) während der Fahrt unterstützen lassen. Neben automatischen Lenkeingriffen wirkt das System zusätzlich über den Regler, ähnlich wie eine Traktionskontrolle, und reduziert bei übermässigem Schlupf der Räder automatisch die Motorleistung. Das System unterstützt so den Piloten aktiv, die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten.

Test

Wir haben den mehrfachen Champion Simon Kurzbuch gebeten, den Infraction Race Truck für uns zu testen. In einem kurzen Gespräch hat uns Simon seine Eindrücke geschildert.

Wie hat dir der Race Truck optisch gefallen?

Die Karosserie des Race Trucks ist schön und macht einiges her. Das fixfertig lackierte metallic goldbraune Camouflage Design wirkt bullig und passt gut zu den extremen Fahreigenschaften des Trucks. Die grosse Frontlippe bringt ausreichend Abtrieb auf die Vorderräder. Der transparente Heckspoiler aus Lexan am Ende der Ladefläche ist nicht nur sehr dekorativ, sondern wirkt auch stabilisierend auf das Heck des Fahrzeugs, um den notwendigen Anpressdruck der Hinterachse zu gewährleisten. Der Truck macht damit auf der Rennstrecke aber auch abseits der Piste eine gute Figur.

Du warst mit dem Truck auf der Rennstrecke. Dein Eindruck?

Ich habe den Truck mit 6S getestet. Der verbaute Brushlessmotor verfügt über ein brachiales Drehmoment und sorgt für eine ziemlich hohe Endgeschwindigkeit. Ich habe das Fahrzeug mit und ohne AVC getestet. Ein erfahrener Pilot kann die Leistung des Motors über den verbauten Regler gut dosieren und das Fahrzeug nahe am Limit schnell bewegen. Es macht allerdings viel grösseren Spass, das Fahrzeug knapp über dem Limit zu bewegen. Die Reifen kontrolliert durchdrehen zu lassen, das ist wahrscheinlich das wahre Ziel des Fahrzeugs. Auch hat es mir gefallen, mit qualmenden Reifen durch die Schikane zu driften. Das ist dann zwar nicht mehr wirklich schnell, hat aber auch was…

Über dem Limit bin ich dann auch das ein oder andere Mal von der Piste abgekommen. Die beiliegenden Reifen bieten einen richtig guten Grip, neigen aber aufgrund der weichen Mischung zum Überhitzen. Gerade wenn man es übertreibt, kann das für das Fahrzeug böse enden. Das Chassis hatte meine Ausrutscher jedoch recht gut weggesteckt. Das Material ist auch dazu ausgelegt, einiges wegzustecken.

Einem Piloten mit wenig Erfahrung würde ich aber empfehlen, deutlich weniger Spannung zu verbauen. Der Regler und Motor funktionieren auch mit 4S sehr gut, das Fahrzeug verfügt noch immer über mehr als ausreichend grosse Leistungsreserven.

Du hast das Chassis erwähnt. Wie schätzt du dieses qualitativ ein?

Die Aufhängung macht einen sehr robusten Eindruck. Das Pivot-Ball-Prinzip kommt ja auch bei einem Wettbewerbschassis so zum Einsatz, weil die Festigkeit gut ist. Die Dämpfer sind präzise gefertigt, arbeiten entsprechend «smooth» und sind dicht. Der Antriebstrang ist aus Materialien gefertigt, die mit der verbauten Leistung grundsätzlich zurechtkommen. Es ist wie immer bei Fahrzeugmodellen, je mehr Leistung insgesamt, desto grösser der Verschleiss an den drehenden Teilen des Antriebs. Ich habe mir die üblichen Verschleissteile nach dem Test etwas genauer angeschaut. Die Qualität ist beim Race Truck absolut stimmig und die Chassisplatte aus hochwertigen Aluminium rundet das Ganze ab.

Simons Fazit

Der Infraction Race Truck von ARRMA hält sein Versprechen. Wer sich das Modell kauft, erhält wirklich ein überdurchschnittlich schnelles Modellfahrzeug, das mit bewährter und robuster Technik vollgepackt wurde. Preis/Leistung sind mehr als stimmig. Wer sich zum ersten Mal ein ferngesteuertes Fahrzeugmodell kauft, sollte sich dieses Chassis allerdings nicht kaufen. Die brachiale Power des Infraction verlangt nach einem geübten Gasfinger. Wer sich aber mit Fahrzeugmodellen bereits auskennt und sich ein richtig schnelles Allroundchassis anschaffen möchte, der wird vom Infraction Race Truck absolut begeistert sein und am Modell lange Freude haben.

Im Shop

Den Arrma Infraction Race Truck gibt es für 749.– Franken als «Almost Ready to Run»-Modell (d.h. Akkus und Ladegerät sind separat zu erwerben. Kompatibles Zubehör ist unter «Zubehör» verlinkt) bei BRACK.CH.

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