Sechs Wege, um euer Synology-NAS zu tunen

goldensyno3Die NAS-Geräte, Network Attached Storage, haben momentan Konjunktur. Bei uns seit Jahren ein Renner sind die «DiskStations» von Synology. So ist es an der Zeit, das Maximum aus eurer Synology DiskStation herauszuholen. Ob eine bestehende Synology DiskStation vorhanden ist, eine Migration vorliegt oder es um die Erstanschaffung geht: Wir zeigen euch in sechs Schritten, wie ihr euer NAS-Erlebnis aufpeppen könnt.

1. Bestehende DiskStation migrieren auf aktuelles Modell

Roland Brack hat die ersten Synology-Geräte 2004 in die Schweiz gebracht. Die neuste DiskStation-Serie bietet gegenüber den älteren Generationen natürlich einen enormen Geschwindigkeitsvorteil, eine einfachere Bedienung und insgesamt mehr Funktionen. Es lohnt sich deshalb möglicherweise, eine ältere DiskStation gegen eine neue zu ersetzen. Die Migration auf ein Nachfolgermodell mit gleicher Anzahl HDD-Schächten oder ein Modell mit mehr Schächten, damit der Speicher bei Bedarf ausgebaut werden kann, ist kein Problem. Sie kann ohne Datenverlust und Neukonfiguration vorgenommen werden. Einfach die HDDs in ausgeschaltetem Zustand von der bestehenden in die neue Synology DiskStation umbauen und das Gerät starten. Danach fällt der Server in einen Migrationszustand. Dies ist im «DSM-Assistent», der Begleitsoftware zu sehen. Jetzt gilt es, via DSM-Assistent zu verbinden, wobei nun die Firmware der neuen DiskStation verlangt wird. Nach ein paar Minuten könnt ihr auf der neuen DiskStation mit identischer Konfiguration weiterarbeiten. Welche Migrationen möglich sind und wie der genaue Ablauf ist, zeigt Synology in einem ihrer Tutorials.

Synology_migration

2. Speicherplatz vergrössern und Zugriffe beschleunigen

KB, MB, GB… und von wievielen Terabyte reden wir heute? Was heute genug ist, ist morgen schon wieder zuwenig. Der Speicherbedarf wächst rasant, und die Festplatten mit Kapazitäten von einem TB oder mehr sind auch relativ erschwinglich geworden. Irgendwann ist das «Volume» des NAS ausgeschöpft und ihr macht euch Gedanken über eine Vergrösserung des Volumes. Nein, da braucht ihr nicht alles neu aufzusetzen. Sobald ein RAID (ausgeschlossen RAID 0) vorhanden ist, könnt ihr das Volume durch Ersetzen der HDD ohne Datenverlust erweitern. Ist euer Synology-NAS sogar Hot-Swap-tauglich, kann die Erweiterung sogar im laufenden Betrieb stattfinden. Eine um die andere HDD wird durch eine grössere HDD ersetzt. Nach jedem HDD-Wechsel wird das Volume repariert und wiederhergestellt. Anschliessend kommt die nächste HDD zum Tausch an die Reihe. Sobald alle Festplatten ausgetauscht sind, besteht die Möglichkeit, das Volume zu vergrössern. Es kann sein, dass nach der Wiederherstellung der letzten Disk ein Neustart vor der Erweiterung des Volumes nötig ist.

Welche Harddisks von Synology getestet wurden, findet ihr hier. Wir aus der Technik empfehlen WD Red, die sowohl stromsparend sind dank niedriger Drehzahl (5400 rpm), als auch bei Bedarf auf Speed kommen mit bis zu 7200 rpm.

Hier findet ihr einen RAID-Rechner mit grafischer Darstellung des Speicherbedarfs.

Synology_RAID5_klein  Synology_RAID_HDD_wechsel
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3. Noch mehr Speed mit SSD Cache

Wir haben nun eine Synology mit viel Power, leistungsstarke HDD sind verbaut, und nun geben wir noch etwas Zündstoff mit SSD für den Cache hinzu.

  • Mehr zum Thema Volumen und RAID zeigt Synology hier.
  • Eine Kompatibilitätsliste von SSD findet ihr hier.

Beachtet, dass der SSD Cache im DiskStation Manager 4.3 nur bei Synology-NAS mit fünf oder mehr Laufwerkschächten möglich ist und immer zwei identische Solid State Drives vorhanden sein müssen. Das White Paper zu dieser Technologie findet ihr hier.

Synology_SSD_einbinden Synology_SSD_eingebunden

4. Arbeitsspeicher gibt es nie genug

Wie PCs hat auch das NAS gerne RAM-Speicher. Ab 5-Schacht-DiskStations ist eine RAM-Erweiterung möglich. Der Einbau ist relativ einfach. Ansonsten hilft unsere Technik gerne weiter. Welche DiskStation mit welchen RAM-Modulen erweitert werden können, findet ihr hier.

5. Sound aus der DiskStation

Jetzt wird es musikalisch: Synology unterstützt standardisierte USB-Soundkarten, welche an einem freien USB-Port angeschlossen werden. Über die Funktion «AudioStation» könnt ihr die Musikwiedergabe via Webbrowser einrichten und steuern. Wer mehr Komfort mag, der sollte sich das Remote-Kit von Synology anschauen. Eine USB-Soundkarte mit S/PDIF- und 3,5-mm-Klinken-Audioausgängen sowie ein weiterer USB-Port sind vorhanden. Zur kabellosen Funksteuerung der AudioStation wird eine Fernbedienung mitgeliefert. Hier sind die Daten der Synology Remote.

SynologyRemote

6. Wenn es die Sicherung raushaut

Eure DiskStation ist das Herz eurer Datenverwaltung und die zentrale Verwaltung etlicher Anwendungen. Da wollt ihr auch sichergehen, dass das NAS immer und unterbruchsfrei Strom bekommt. Gerade bei einer Migration oder einer Änderung am RAID könnte ein Unterbruch im Stromnetz zu verheerenden Folgen – nämlich der Verlust all eurer Daten – führen. Bei Gewitter sind Überspannungen und Stromschwankungen nicht auszuschliessen. Daher liegt der Gedanke an ein USV-Gerät (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) nahe. In der Synology-Firmware ist die Verbindung via USB zu etlichen USV ganz einfach herzustellen. So übersteht eure DiskStation kurze Stromunterbrüche oder fährt bei längerem Stromunterbruch kontrolliert und selbständig herunter. Die Kompatibilitätsliste der USV findet ihr hier.

Synology_USV

Fazit

Obwohl ich schon einige andere NAS-Server unterschiedlicher Hersteller angeschaut habe, steht bei mir zuhause eine ausgebaute DS1813+ von Synology als zentraler NAS-Server. Die Erweiterung des RAMs war der kleinste Aufwand. Das RAID 5 konfigurierte ich anfangs über 5× 2 TB Green HDD mit 5400 rpm. Die Migration zu 5× 3 TB WD RED HDD verlief ohne Probleme. Pro Festplatte ging der Rebuild aber doch jeweils zwölf bis fünfzehn Stunden. Die zwei SSDs in den noch freien Schächten waren in rund 15 Minuten im Volume eingebunden. Der 8. Schacht meiner DS1813+ ist zur Zeit noch frei, könnte aber durch Hotsparing genützt werden. Meine USV leistet schon einige Monate treue Dienste, und es kam auch schon zum Ernsteinsatz. Mit der Synology Remote habe ich meine «alte» USB-Soundkarte in Rente geschickt. Jetzt kann ich endlich auch mit der handlichen Fernbedienung meine Musiksammlung steuern. Diese ist so einfach, dass sogar meine Freundin, die anders als ich beruflich mit NAS-Servern nicht viel am Hut hat, Spass hat, die Musikwiedergabe so zu steuern. Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Thema Backup. Auch wenn oben beschriebene Migrationen problemlos verliefen: Ein komplettes Backup zuvor zu erstellen ist zwingend anzuraten. Zum Thema Backup gab es schon hier einen Beitrag, dessen Lektüre ich euch wärmstens ans Herz lege.


2       Kommentare Geposted von Michael Maier

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