Die Maus, die E-Banking macht

Wer hätte gedacht, dass eine Computermaus so überraschen kann? Ihr könnt Apps auf diese Maus laden. Ihr könnt mit dieser Maus Fotos, Texte und Tabellen scannen, bearbeiten und mit anderen teilen. Und Ihr könnt mit dieser Maus Eure Zahlungen online erledigen – so bequem wie noch nie. Wir haben das CLX.ScanPackage von Crealogix getestet. Mehr dazu in dieser Focus Week.

Der LG Mouse Scanner scannt Bilder, Texte und Tabellen blitzschnell und in guter Qualität. Und das Bundle mit der CLX.PayApp setzt noch einen obendrauf: Einmal mit dem Maus-Scanner über den Einzahlungsschein fahren und die Daten stehen sofort und direkt in der Zahlungssoftware zur Verfügung.

  • Die erste Maus, die scannen kann
  • Erkennt Text in 198 Sprachen, Tabellen, Bilder
  • Einzahlungsscheine mit einer einzigen Handbewegung erfassen
  • Tabellen scannen und in Excel bearbeiten
  • Scannen und teilen ruckzuck
  • Zwei Jahre Garantie

Video

Was ist im Package?

Das Package besteht aus der Maus, der Treiber- und Scan-Software sowie der CLX.PayApp von Crealogix.

Die Hardware

Die USB-Maus verfügt über einen Scanner, der aus einer CMOS-Kamera und einem Spiegel besteht. Dazu sind fünf Leuchtdioden verbaut, die dem Scanner das erforderliche Licht für die Aufnahme geben. Als PC-Maus verfügt sie über zwei Tasten und ein blau beleuchtetes Scrollrad. An der linken Seite sind zusätzlich eine Taste zum Starten und Stoppen des Abtastvorgangs sowie eine „Zurück“-Taste angebracht. Mit 137 Gramm Gewicht gehört die Maus zu den gewichtigeren Exemplaren. Die Länge des USB-Kabels beträgt 144 Zentimeter. Als Sensor für die Maus kommt ein Laser mit 1200 dpi Abtastrate zum Einsatz, was eine recht präzise Führung des Mauszeigers erlaubt. Die Scannerauflösung beträgt entweder 100, 200 oder 320 dpi und lässt sich einstellen.

Die Unterseite der LSM-100

Die Software

Das Scan-Fenster, das in den Boden der Maus eingelassen ist, ist mit 1,5 × 6 cm verhältnismässig klein – im Vergleich zu herkömmlichen A4-Flachbettscannern. Trotzdem lassen sich mit der Scan Mouse grössere Flächen (bis A3) scannen. Hier kommt die Software des Schweizer Start-up-Unternehmens Dacuda ins Spiel: Die Software setzt aus den sich überlappenden Einzelbildern, die sie kontinuierlich von der Scanner-Kamera der Maus erhält, das grosse Bild nahtlos zusammen. Ihr kennt unter Umständen Schwenkpanorama-Apps für Smartphone-Kameras, die auch aus mehreren einzelnen Bildern das Panorama zusammenfügen – die «Nahtstellen» sind bei diesen Apps mal mehr, mal weniger sichtbar.
Ebenfalls ist eine Texterkennung eingebaut, die fast 200 Sprachen beherrscht, und Slots für Apps, die heruntergeladen und installiert werden können.

Die App

Die CLX.PayApp wurde von der Schweizer Firma Crealogix entwickelt. Sie arbeitet mit allen wichtigen Online- und Offline-Banking-Tools zusammen, die in der Schweiz gebräuchlich sind. Sie wurde im Hinblick auf die akkurate Erkennung von Codierzeilen entwickelt, die Ihr auf Einzahlungsscheinen findet. Die E-Banking-Tools verfügen über eine Schnittstelle für Belegleser, die mit dieser Codierzeile funktionieren. Die Maus lässt sich mit weiteren Apps bestücken.

Die Macher

Dacuda

Dacuda wurde 2008 von ehemaligen Studenten als Spin-off der ETH Zürich gegründet. Sie haben die inzwischen patentierte «SLAM Scan»-Technologie entwickelt, auf deren Basis das CLX.ScanPackage funktioniert. Das Jungunternehmen hat inwzischen jede Menge Auszeichnungen gewonnen, darunter den Swiss Economic Award oder den HSG Entrepreneur of the Year.

Crealogix

Die Crealogix-Gruppe stellt Produkte rund um E-Finance, E-Learning und E-Business her und ist eines der grössten unabhängigen Schweizer Software-Häuser. 1996 wurde sie gegründet und bereits ein Jahr später entwickelte sie die erste Internet-Banking-Anwendung in der Schweiz.

LG 

1947 wurde in Korea der Grundstein für die LG-Gruppe gelegt. LG steht dabei für „Lucky GoldStar“ – ältere Semester unter Euch werden sich vermutlich noch an GoldStar-Fernsehgeräte erinnern, die auch in der Schweiz verkauft wurden. Hersteller der Maus ist die Tochter LG Electronics, die heute einer der weltweit führenden Hersteller für IT- Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte und Mobiltelefone ist.

 

Unser Test

Software installieren

Bei unserem Muster hatte es zwei Installations-CDs, eine von LG und eine von Crealogix. Wer die von Crealogix nimmt, wie es auch auf der CD-Hülle vermerkt ist, erspart sich das Auswechseln der Datenträger. Klickt auf „Installieren“ (Anleitung zum ganz kurzen Vorgang hier, PDF). Wenn nach dem Systemcheck alles grün angezeigt wird, wird die Software installiert. Nach der Installation öffnet sich das LG-Smart-Scan-Programmfenster. Eventuell prüft das Programm jetzt online, ob eine aktuellere Version vorhanden ist. Bei mir war das der Fall: 17 MB sind schnell heruntergeladen und installiert. Kehrt zurück zu obigem CD-Menü und wählt „Erweiterungen installieren“. Nun wird die CLX.PayApp zur Software hinzugefügt. Nach der Registrierung mittels Lizenzschlüssel kann man die Einstellungen für die bevorzugte E-Banking-Software vornehmen.

Nicht zwingend nötig, aber interessant ist zu schauen, was für Apps zur Erweiterung installiert sind:

Einzahlung vornehmen

Daheim arbeite ich mit PostFinance, deshalb rufe ich dort die Eingabemaske für Belegleser auf.

Hier klicke ich mit der Maus ins Feld „Codierzeile“.

Dann drücke ich die Scan-Taste der Maus und fahre über die Codierzeile, die alle Daten wie Betrag, Zielkonto und Referenznummer bereits enthält.

Nach erneutem Drücken der Scan-Taste erkennt die Maus den Zahlencode und schickt ihn in Textform an die PostFinance-Anwendung. Die Zahlung ist übermittelt, fertig! Nächster Einzahlungsschein, bitte :-)

Bild scannen und auf Facebook stellen

Habe ich ein Bild erst einmal gescannt, kann ich damit eine Reihe von Dingen anstellen. Ich kann es in ein Office-Dokument einfügen und zwar in Form eines Bildes

Ich kann es natürlich speichern oder drucken.

Besonders interessant für mich als Social-Media-affinen Menschen: Teilen.

Ich entscheide mich dafür, ein altes Ferienfoto aus den Neunzigerjahren in Facebook hochzuladen. Dazu richte ich es erst aus.

Nun will ich es teilen. Da ich das zum ersten Mal mache, muss ich der Software die Erlaubnis geben, auf meine Pinnwand/Timeline zu posten.

Ich lasse es zu und schreibe noch eine Legende dazu. Dann klicke ich auf „Veröffentlichen“.

Voilà, fertig :-)

Text scannen und weiterbearbeiten

Hier ein Teil der Infos, die auf der Installations-CD stehen. Praktisch: Wenn die Software Text erkennt, rückt sie den Scan automatisch gerade – egal, wie man mit der Maus darübergefahren ist.

Ich kann den Text in MS Word übernehmen und dann gleich weiter daran arbeiten. Der sehr klein geschriebene Hüllentext wird grösstenteils übernommen, einige Nachbesserungen sind nötig.

Text mit Formatierungen

Aus einer Seminararbeit scanne ich das Fazit.

Nun kopiere ich den Inhalt als Text in MS Word

Ergebnis: Beinahe perfekt. Der fettgedruckte Titel wird ebenso erkannt wie das kursiv gesetzte Zitat. Bei vereinzelten englischen Fachausdrücken hat die Texterkennung Schwierigkeiten.

Tabellen erfassen

Ich scanne eine hübsche Tabelle aus der alten Seminararbeit. Ich drücke die Scan-Taste auf der Maus und fahre zügig über das Blatt Papier, die Software setzt die Einzelbilder (von der Grösse des Scanfensters, siehe grüner Rahmen) kontinuierlich zum ganzen Bild zusammen.

 

Ich drücke noch einmal die Scan-Taste um zu signalisieren, dass der Abtastvorgang abgeschlossen ist. Die Software richtet die Tabelle automatisch aus.

 

Ich beschneide den Ausschnitt, um nur noch die Tabelle zu haben, und klicke bei geöffnetem MS Word  in der Maus-Software auf den Button „Text einfügen“.

Ergebnis: Perfekt! Alle Zahlen wurden richtig übernommen. Ebenfalls alle Labels und alle Tabellen-Zellen, wie sie in der Vorlage gewesen sind. Nur aufhübschen muss der Schreiberling sie jetzt noch selbst.

Härtetest

Jetzt will ich es wirklich wissen. Ich wähle Griechisch als zu erkennende Sprache

und nehme ein Altgriechisch-Grammatikbuch. Ich scanne im aufgeschlagenen Buch

Die Software „klebt“ die Einzelbilder zusammen, das ist auf diesem Bild schön zu sehen:

Anschliessend liegt die gesamte Buchseite als Bild vor

Jetzt scanne ich eine weitere Seite aus demselben Buch

Und versuche, den Text inklusive der griechischen Schriftzeichen zu erfassen. Nach dem Scannen klicke ich auf „Text einfügen“, um die Texterkennung zu starten und den Inhalt direkt ins Word zu kopieren:

Das Ergebnis: Vieles richtig, darunter auch die griechischen Schriftzeichen, aber auch vieles falsch (Tabelle nicht erkannt u.Ä.)

Fazit

Ideales Mäuschen für Online-Banking und den schnellen Scan zwischendurch! Das CLX.ScanPackage funktioniert ähnlich wie der ebenfalls von uns getestete CLX.PayPen. Bereits im April 2011 hatte mich Crealogix zum Test des Prototyps eingeladen. Seither hat sich einiges getan: Die Software läuft inzwischen viel runder und stürzte kein einziges Mal ab. Die Hardware selbst, also die Maus, liegt immer noch etwas klobig in der Hand – seit dem Prototyp allerdings ebenfalls eine enorme Verbesserung. Dank einer seitlichen Pfeilchen-Markierung weiss der Nutzer jetzt auch, wo genau das Scan-Fenster ist – das war bei der Prototypenversion noch nicht so.

Kommen wir zur Eignung für die monatlichen Zahlungen: Im Test funktionierte die Erfassung der Codierzeile nach kurzer Lernphase problemlos. Anfänglich wusste ich nicht genau, wo ich am besten ansetze zum Scan. Dafür funktionierte die Erkennung der Code-Zahlen auf Anhieb. Perfekt für Menschen wie mich, die des ewigen Eintippens von Kontonummern, Rechnungsbeträgen und Referenznummern überdrüssig sind!

Das softwarebasierte automatische Zusammensetzen des gescannten Gesamtbilds funktionierte ebenfalls perfekt in unserem Test – allerdings durfte ich die Maus nicht von der Unterlage anheben, sonst geriet das Programm schnell in Schwierigkeiten und brach den Scan ab. Übrigens wird die Maus recht heiss, wenn der Scanner länger als 30 Sekunden läuft. Beim Bildscannen hat mir gefallen, dass ich die Bilder relativ einfach auf sozialen Plattformen teilen oder in Office-Dokumenten weiterverwenden kann. Sehr nett: Eingescannter Text wird automatisch rotiert und gerade ausgerichtet, man kann aber immer noch nachkorrigieren, beschneiden und weitere Optimierungen vornehmen. In Sachen Scan-Qualität und Texterkennung reicht das CLX.ScanPackage nicht an High-End-Scansysteme heran, aber das ist wohl auch gar nicht das Ziel. Dass das CLX.ScanPackage ganze eingescannte Tabellen perfekt als bearbeitbare Tabellen in Excel oder, wie getestet, in Word reproduzieren kann, hat mich erstaunt.

Im Shop

> Auf Brack.ch ansehen

Geliefert wird das CLX.ScanPackage mit der Maus LG LSM-100, Bedienungsanleitung, Mauspad, Schutzbeutel, Reinigungstuch sowie Installations-CDs (Systemvoraussetzungen beachten!).

UPDATE 9. März: LG Mouse Scanner LSM100 jetzt auch ohne Crealogix PayApp bei Brack.ch erhältlich:

für Windows | für Mac

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10       Kommentare Geposted von Daniel Rei

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