Daten-Stream – aber unkompliziert

intro_pic Heutzutage dreht sich alles um «Cloud Computing». Immer mehr namhafte IT-Hersteller bieten ihre eigene Cloud-Lösung an. Wie wäre es mit einer  eigenen Cloud? Der my-Ditto-Server ist ein innovativer «One Step Plug & Play»-Netzwerkserver für Daheim. Ihr könnt leicht jede Datei von euren Geräten auf euren my-Ditto-Server ziehen und ablegen. Der kleine, unauffällige Tower mit den kompakten Abmessungen eines Mini-Mediacenter-Computers wird ganz einfach mit einem Netzwerkport eures Routers bzw. Switches im lokalen Netzwerk verbunden.

Wer noch über einen Router mit Fast-Ethernet-Ports (10/100 Mbps) verfügt, schaltet am besten noch einen kleinen Gigabit-Switch (ab 30 Franken) dazwischen für bestmögliche Netzwerktransferraten – sowas wie Beispiel-Artikel 110609 tut’s dabei schon. Und schon habt ihr einfachen Lokal- und Remote-Zugriff auf eure Musik-, Bilder- und Videodateien, wie auch auf eure Office-Dokumente.

Sehr einfache Installation

Die erstmalige Inbetriebnahme gestaltet sich denkbar einfach. my-Ditto kommt entweder bereits mit installierten Festplatten oder als Barebone. Im letzteren Fall installiert Ihr zwei blanke Festplatten in den Hot-Swap-Laufwerkschubladen. Die selbsterklärende, bebilderte Bedienungsanleitung hilft euch dabei. Es ist eine Sache von einer Minute. Ihr solltet möglichst zwei Festplatten identischer Kapazität nehmen, falls ihr von Festplattenverbund-Optionen wie RAID 1 oder RAID 0 profitieren wollt. Dann wird der mitgelieferte weisse USB-Stick beim hinteren USB-Port eingesteckt – ihr startet das NAS und wartet, je nach HDD-Kapazität, ein paar Stunden bis zum Abschluss des Initialisierungsvorgangs.

  • RAID 0: Verbundbetrieb als ein logisches Laufwerk mit Kapazität zweier HDDs und kürzeren Zugriffszeiten
  • RAID 1: Verbundbetrieb mit Kapazität eines Laufwerks mit Spiegelung für hohe Sicherheit (im Falle eines Defekts der einen Festplatte sind sämtliche Daten noch auf der zweiten Festplatte vorhanden)
  • Single-Volume-Konfiguration: die beiden Platten erscheinen auf dem Computer als zwei von einander unabhängige Laufwerke
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Sichere Datentransfers für jedermann mit der benutzerfreundlichen Software von my-Ditto

Wahlweise könnt ihr die Disks als einzelne, unabhängige Volumes, als ein RAID 0 oder RAID 1 einrichten. Bei einem RAID 0 werden beide Laufwerke zu einem logischen Laufwerk zusammengefasst, was vor allem die Durchsatzrate steigert. Bei RAID 1 erfolgen alle Schreibzugriffe parallel auf zwei Laufwerke, sodass jede Platte quasi ein Spiegelbild der anderen darstellt. So stehen alle Daten doppelt zur Verfügung – sicherer geht es kaum. RAID 1 empfiehlt sich vor allem für User, die viele wichtige Daten sichern wollen. RAID 0 würde ich beispielsweise eher Multimedia-Anwendern empfehlen, welche ihr NAS hauptsächlich zum Audio- und Video-Streaming im Heimnetzwerk benötigen und diese Archive häufig neu «befüllen».

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Die beiden Festplattenschubladen sind auf der Rückseite des Geräts gut zugänglich.

Während dieser Phase sollten alle LED-Statusanzeigen – bis auf die HDD-LEDs – blinken. Nach spätestens vier bis sechs Stunden solltet ihr den grauen Administrator-USB-Stick bei einem lokalen Computer oder Notebook mit WLAN/LAN einstecken und die darauf befindliche «my-Ditto»-Anwendung starten, um die von euch gewünschte Diskformatierung zu wählen. Sollte das NAS schon so weit sein, um mit dem Formatierungsprozess starten zu können, werdet ihr das erste Mal auch aufgefordert, euer Admin-Passwort festzulegen.

2-Faktor-Sicherheit

2_factorDane Elec bietet sogar eine wesentlich sicherere Login-Authentifizierung als nur Userprofile mit Username und Passwort – sowohl für den Admin als auch weitere zugreifende Besucher. My-Ditto spricht dabei von sogenannten «Keys». Dieses Keys sind tatsächlich reguläre USB-Flashlaufwerke mit einer speziell verschlüsselten Zugriffssoftware. Sobald der Key vom USB-Port entfernt wird, ist nichts mehr auf dieser zugreifenden Maschine, das eure Sicherheit offenlegen könnte. Im Lieferumfang sind zwei Sticks enthalten: ein grauer «Masterkey», der  für den erstmaligen Admin-Zugang mit Standard-Username ‚admin‘ und einem Standardpasswort schon vor-authentifiziert ist.

Einfache Einrichtung neuer User-Profile

remoteZusätzlich zum grauen Master-Stick ist ein weisser USB-Stick im Lieferumfang enthalten, der nicht nur wie weiter oben beschrieben bei der Erstinstallation zum Einsatz kommt, sondern auch als regulärer Benutzer-Key verwendet wird. Sprich: Ihr könnt den weissen Stick Eurem WG-Kollegen, Eurer Partnerin oder Eurer Grossmutter geben, damit andere Personen einfach mit my-Ditto arbeiten können. Der Administrator mit dem grauen Masterkey kann individuelle Zugriffsrechte für sämtliche User verwalten. User können wahlweise den mitgelieferten weissen USB-Stick benutzen oder einen beliebigen USB-Stick mit der my-Ditto-Software bespielen lassen. Die Software dazu lässt sich kostenlos beim Hersteller herunterladen. Solltet ihr mal den wichtigen Admin-Key verlieren, gibt es natürlich noch ein paar einfache Hardware-Reset-Funktionen am Gerät, um einen neuen Standard-USB-Stick als Admin-Key einzurichten – ohne Datenverlust. Ein neues User-Profil wird angelegt, indem ein leerer USB-Stick in den Front-Port des NAS eingesteckt und der «copy»-Button betätigt wird. Nach einem Piepton ist der neue User-Key ready bzw. mit der Software-Verschlüsselung versehen und der Client-Anwendung belegt.

Sehr einfache Remote-Zugriffe

worldDer besondere Clou: Nachdem nun Admin (und allfällige Userprofile) eingerichtet sind, stöpselt ihr den (grauen oder den weissen) Key auch aus der Ferne an einem beliebigen Rechner oder Notebook mit Internetverbindung ein. Die auf dem Key vorinstallierten Client-Apps für Windows, Mac und Linux lassen euch beispielsweise flexibel zwischen Endgeräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen wählen. Über eine P2P-Verbindung wird euer registriertes Gerät dann gefunden. Es sind keinerlei spezielle Port-Forwarding-Konfigurationen oder eine Einrichtung eines unzuverlässigen Dynamic-DNS-Dienstes erforderlich – Arbeitsschritte bei der Fernzugriff-Einrichtung von Netzwerkperipherie, die oft die Kenntnisse vieler Anwender überfordern.

Mobile Apps

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Von überallher mit dem Smartphone auf die heimische Musiksammlung zugreifen: Die auf dem heimischen my-Ditto gespeicherten Songs mithilfe des Mini-Musikplayers in der Smartphone-App anhören

Darüber hinaus stehen euch sogar mobile Apps für Android, iOS und Windows Phone zur Verfügung. Ich habe die Android- und die iOS-App getestet, welche sich funktional nicht unterscheiden. Per E-Mail- und Passwort-Eingabe wird man ganz einfach mit dem NAS zuhause verbunden.

Update vom 03.04.2013: Die Windows Phone App wird gemäss Hersteller erst im Verlaufe des Jahres erscheinen.

Der praktische File-Browser sieht nicht nur schön aus:  Dieser eignet sich vor allem, wenn ihr mal auf die Schnelle auf eurem Tablet oder Smartphone ein bestimmtes Dokument lesen resp. bearbeiten möchtet oder wenn ihr wichtige Dateien nicht nur immer lokal sichern wollt. Ein netter Audioplayer mit Playlist-Verwaltung rundet die App-Funktionalität ab.

my-Ditto in unserem Brack.ch-Shop

my-ditto Starterkits auf Brack.ch ansehen – wahlweise ohne Festplatten oder mit 2× 1 TB oder 2× 2 TB
(Die Festplatten wurden von uns auf Kompatibilität getestet)

Update vom 18.03.2013: Produkte wurden vorübergehend aus dem Verkauf genommen. Der Grund ist fehlende Software bei einer bestimmten Anzahl von Artikeln. Mehr dazu in diesem Kommentar. 

Mein Fazit

Als verwöhnter «NAS-User» mit einem Hochleistungs-5-Bay-NAS eines anderen Herstellers war ich anfangs noch ein bisschen skeptisch bezüglich Lüfterlautstärke und allgemeiner Hardware-Performance bei Schreib- und Lesezugriffen. Man muss jedoch auch vom Umstand abstrahieren, dass dieses NAS angesichts seines vergleichbar niedrigen Preises nicht einfach mit einer hochperfomanten Synology vom Typ DS1512+ vergleichbar ist – sowohl auf Hardware- wie auch auf Software-Ebene. Was mich speziell positiv überrascht: die  Einfachheit der Installation und das Konzept allgemein. My-Ditto ist genau für die User konzipiert, welche nur das Wichtigste wollen auf ihrem NAS – nämlich Backup, einfache Remote- und Lokal-Zugriffe – ohne komplizierte Netzwerkeinstellungen vornehmen zu müssen – und darüber hinaus ein wenig Multimedia-Streaming. Ein wichtiges Feature ist vor allem die hohe Sicherheit mit den zusätzlichen USB-Laufwerken mit Software-Verschlüsselung. Bleibt zu erwähnen, dass auch die Menü-Oberfläche des NAS schön gestaltet ist und man auf Anhieb die wichtigsten Funktionen findet. Selbst in überfüllten Computer-Umgebungen belastet ein Zugriff auf das Heim-NAS per 128-Bit-AES-End-to-End-Verschlüsselung nicht zuviel der verfügbaren Bandbreite. Der Verschlüsselungs-Algorithmus scheint genau zu wissen, wie er seinen Weg durch (zusätzliche) blockierende NATs und Firewalls findet.
Ich empfehle das NAS gerne allen weiter, die eine einfache, sichere und schnell-konfigurierbare Backup-Lösung brauchen. Das zusätzliche Sicherheits-Feature per USB-Key ist besonders innovativ: Es gibt zwar viele NAS, auf welchen man ganze Filesysteme hardwareseitig verschlüsseln kann. Das dauert aber oft, je nach Kapazität und NAS-Prozessor, sehr lange. Bei my-Ditto ist nicht einmal eine Verschlüsselung oder stetige Nach-Verschlüsselung des Filesystems erforderlich – man wird erst dann auf das Dateisystem zugelassen, wenn Admin und Client sich per Software-Key erkennen; und die Verbindung wird auch wieder sicher getrennt. Würde sagen, dieses innovative Authentifizierungs-Verfahren hat sogar fast ein bisschen Geek-Status.


31       Kommentare Geposted von Simon Groeflin

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31 bezieht sich auf "Daten-Stream – aber unkompliziert"

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    • Daniel Rei
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