Super Mario Odyssey im Test

Bösewicht Bowser hat Prinzessin Peach entführt – so weit, so gähn. Alles andere an «Super Mario Odyssey» ist jedoch weit entfernt von langweilig! Wir haben das neuste Abenteuer des Videospiel-Superstars angespielt.

Einleitung

Seit mehr als dreissig Jahren hüpft Nintendos Videospielfigur Mario durch kunterbunte Welten. Ein neues «Mario»-Game ist trotzdem immer noch ein Ereignis in der Videospielwelt. Nicht anders verhält es sich mit «Super Mario Odyssey» auf Nintendo Switch. Seit dem 27. Oktober ist es offiziell und damit auch bei uns erhältlich. Seither wurde es bereits millionenfach verkauft, wie Nintendo verkündet hat. Die Story ist schnell erzählt: Bowser hat die Prinzessin mitgenommen und will sie nun endlich heiraten (da bekommt der Begriff Endgegner für JunggesellInnen eine ganz neue Bedeutung). Um die Hochzeit auszurichten, braucht es natürlich jede Menge Utensilien, und die klauben sich Bowser und seine üblen Schergen in der ganzen Welt zusammen.

Ja, Motorroller und Panzer in einem Mario-Game!

Sammelspass an schönen Schauplätzen

Diese Schauplätze bilden folglich die «Levels» des Spiels. Die folgen immer einem Thema wie zum Beispiel Wüste, Eis, Wald oder Stadt. Von Abschnitt zu Abschnitt bewegt sich Mario mithilfe eines Luftschiffs in Hut-Form, der «Odysee». Den Treibstoff dafür liefern die sogenannten Power-Monde, die Ihr – richtig geraten – in den Welten sammeln dürft. Ab einer bestimmten Menge Monde erhaltet Ihr Zugang zur nächsten Welt. Einige Monde werden Euch praktisch vor die Füsse geworfen, für andere müsst Ihr fordernde Geschicklichkeitsparcours absolvieren, knifflige Mini-Rätsel oder eine andere Aufgabe lösen. Wie zum Beispiel einen Bossgegner besiegen. Dadurch werden teilweise auch neue Passagen freigeschaltet oder der Level erfährt eine komplette Umgestaltung (und erhält weitere Powermonde): Neben hunderten Monden gibt es auch noch Gold- und lila Münzen zum Sammeln. Die lila Münzen lassen sich in der jeweiligen Welt gegen Souvenirs und Kleidungsstücke eintauschen. Die Outfits, die ich bisher erlebt habe, haben spielerisch keinen Einfluss genommen, ausser vielleicht die eine oder andere fakultative Tür geöffnet … Die Goldmünzen sind die Universalwährung im Spiel. Damit lassen sich Gegenstände, Tipps und Spiellose kaufen. Ausserdem gibt es in diesem Spiel keine «Leben» mehr. Endet Euer Versuch wie so oft in einem bodenlosen Abgrund, durch Kollision mit einem Gegner oder inmitten pinkfarbenen Glibbers, werdet Ihr zum letzten Speicherpunkt zurückgebracht und verliert einige Goldmünzen.

Es ist mir ein bisschen peinlich, Euch das zu zeigen …

Spielbarkeit

Wer schon einmal ein 3D-Mario gespielt hat, ist mit der Steuerung schnell vertraut. Es gibt viele verschiedene Moves, die Mario ausführen kann – von der Stampfattacke bis zum Rückwärtssalto. Die Steuerbefehle dazu werden in einer interaktiven Anleitung erklärt. Ihr braucht aber nicht alle davon, um das Spiel zu beenden. Was neu ist, ist Marios Mütze «Cappy», die ein Eigenleben hat. Werft Ihr sie wie einen Bumerang in Richtung Eurer Widersacher, macht sie einigen davon den Garaus. Diverse Typen von Figuren, Gegenständen und Fahrzeugen könnt Ihr mithilfe von Cappy zeitweilig übernehmen und deren spezielle Eigenschaften nutzen. Beispiel gefällig? Mario selbst kann nur für eine bestimmte Zeit unter Wasser bleiben. Übernimmt er via Cappy einen «Cheep Cheep»-Fisch, kann er sich danach im See bewegen, ohne dass ihm die Puste ausgeht. Welche Objekte Ihr mit Cappy übernehmen könnt, findet Ihr im Laufe des Spiels heraus.

Hat man die Schwachstelle der Bossgegner erst einmal erraten, ist der Sieg leicht errungen – vorausgesetzt, man stellt sich geschickter an als ich

Fazit/Rating

Einige Gedanken vorab … Warum Mario-Spiele die Massen so faszinieren, lässt sich nicht ohne Weiteres erklären. Die spannende Story kann es nicht sein. Die ist im Prinzip immer gleich, bewusst eher formelhaft gehalten. Die technologische/grafische Brillanz auch nicht – im Vergleich zu aktuellen PCs oder den aktuellen Konsolen von Microsoft und Sony hat der Heim-/Mobilkonsolen-/Tablet-Hybrid Nintendo Switch schlechtere Karten. Die nostalgischen Kindheitserinnerungen von Enddreissigern wie mir erklären die ungebrochene Faszination ebenfalls nicht. Mein Erklärungsansatz ist die Liebe. Die Liebe Nintendos zu seinem Helden, zum Spieldesign, zu den Spielern und ganz allgemein zu Freude und Fantasie. Das tönt jetzt etwas esoterisch. Ich mochte Nintendo schon früher, mich beschlich aber gerade in der «Wii U»-Ära die Vermutung, dass der «Pfuus» etwas draussen war. Auch die Ankündigung des neuen Nintendo-Switch-Systems liess mich fragend zurück. Doch sieben Monate nach dem Launch stehen im eShop mehr als 200 Games zum Download bereit. Nicht ganz günstig zwar, aber viele davon in hoher Qualität. Die frühere Restriktivität, mit der Nintendo bestimmte, was auf seinen Systemen publiziert werden soll, ist einer Offenheit gegenüber unabhängigen Entwicklungsteams gewichen. Und so wartet so mancher Indie-Geheimtipp im eShop für Nintendo Switch – gleich neben den Blockbustern von Nintendo selbst, die eindrücklich unter Beweis stellen, dass auch heute noch Innovationsgeist in der Firma steckt. Und sie nicht bloss alte Höhenflüge angemessen wiederverwerten können. Oh, ich bin abgeschweift … zurück zu Super Mario Odyssey!

  • Gespielt: 1-Spieler-Modus
  • Spieldauer: ca. 6 Stunden (noch nicht durchgespielt)
  • Steueroptionen ausprobiert: angedockt via TV und mit Pro Controller, Tabletop mit einem Joy-Con in jeder Hand, als Handheld mit angedockten Joy-Cons
  • Schwierigkeitsgrad: mittel bis leicht
  • wer an diesem Spiel Spass haben könnte: alle Menschen, die Freude an Videospielen haben
  • wer an diesem Spiel keinen Spass haben könnte: Steine
  • Schulnote: 5,8

Super Mario Odyssey hat mit seiner Mischung aus besagtem Fan-Service und vielen frischen Ideen die Herzen der Kritiker wie der Spieler im Nu erobert – und auch meins. Es ist ungemein motivierend, mit Mario durch die liebevoll detaillierten Welten zu hüpfen, Monde und Münzen zu sammeln, mit dem Mützenwurf zu experimentieren, Screenshots und -videos über Social zu verschicken und nur noch mal zu schauen, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt (auf jeden Fall eine Menge!). Einige Passagen forderten mich, als eher das Gegenteil eines Core-Gamers, schon, das Spiel bleibt aber jederzeit fair – man muss einfach ein bisschen an sich arbeiten, dann schafft man auch die schwierige Stelle nach weniger oder mehr Versuchen. Grafik und Musik holen alles aus der Hybridkonsole heraus, das geht. Die Steuerung funktioniert wie von Nintendo gewohnt perfekt, wenn man einmal von der JoyCon-Bewegungserkennung absieht, die für die Ausführung gewisser Manöver mit Cappy erforderlich ist. Ist es das beste «Mario» aller Zeiten? Ich weiss es nicht, es ist zu lange her. Ist es ein System Seller? Wer weiss. Aber falls Ihr noch kein Nintendo-Switch-System Euer Eigen nennt: Mit diesem Gute-Laune-Potpourri liefert Euch Nintendo einen weiteren Grund, um zuzugreifen! Und für alle, die die Konsole bereits besitzen: Es ist kaum möglich, an diesem Spiel keinen Spass zu haben!

Im Shop

Super Mario Odyssey (Cartridge-Version) dt./frz./it.

Nintendo Switch mit Super Mario Odyssey (Download-Code) als Bundle

Tasche und Schutzfolie

amiibo:

amiibo-Figuren schalten im Spiel unterschiedliche Effekte oder gar neue Outfits frei. Auch ältere amiibo sind kompatibel mit dem Spiel. Viel Spass beim Ausprobieren!

Videoclip zum Theme Song


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0       Kommentare Geposted von Daniel Rei

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