Samsung Galaxy S10+ Test

Die neue Samsung Galaxy S10-Familie: Das S10+, S10 und das S10e (v.l.n.r.)

Als Anfänger im mobilen Android-Territorium sind für mich Samsung Smartphones absolutes Neuland. Umso mehr habe ich mich aber gefreut, als ich die Möglichkeit bekommen habe, das neue Samsung Galaxy S10+ zu testen.

Es war einmal vor langer Zeit in einer nicht allzu weit entfernten Galaxis

Samsung hat das erste Galaxy-Handy im Jahr 2009 auf den Markt gebracht. Seither hat sich einiges auf dem Smartphone-Markt getan. Jetzt, rund zehn Jahre später, bringt Samsung gleich drei neue Modelle heraus. Da ist zum einen das Samsung Galaxy S10e, die kleinste Ausführung mit etwas abgespeckter Leistung (unten in Gelb), das Samsung Galaxy S10 in der Standardausführung (in Grün) und zu guter Letzt das Samsung Galaxy S10+ (in Weiss) – der Lamborghini unter den S10’s.

Alle drei Modelle sind neu erhältlich und unterscheiden sich in der Display- und Speichergrösse sowie in der Kameraausstattung. Das S10+ ist mit seiner Bildschirmgrösse von etwas mehr als 16cm diagonal gemessen das grösste Smartphone und bringt es auf 12 GB RAM und ein 1 TB Speicherplatz. Und genau dieses Samsung Flaggschiff habe ich etwas genauer unter die Lupe genommen.

Auf den ersten Blick macht das S10+ einen sehr soliden Eindruck. Denn Leistung, Display, Design, Verarbeitung und Ausstattung sind ausgezeichnet und lassen jedes technikaffine Smartphone-Herz höherschlagen. Auch meine ersten Schnappschüsse mit der Kamera in der Natur sind gestochen scharf mit knackigen Farben und überragender Bildqualität. Mit einem ausdauerstarken Akku, dem elegant grossen Display und einem gigantischen Speicher glänzt das Samsung Galaxy S10+ auf ganzer Bandbreite. Wird der neue Wurf des südkoreanischen Unternehmens wieder zum Trendsetter wie das damalige S8?

Spieglein Spieglein an der Wand

Das Galaxy S10+ kommt mit einem äusserst schmalen Rahmen daher. Die Selfie-Kamera befindet  sich in der rechten oberen Ecke des Displays. Mit dem grossen 19:9 Displays und einem Gewicht von 175 Gramm wirkt das Handy auf der einen Seite massiv und riesig, auf der anderen Seite jedoch keinesfalls wie ein Klotz. So lässt sich die grösste Variante auch von kleineren Händen relativ gut halten.

Beim Display ist Samsung erneut ein enormer Qualitätssprung im Vergleich zu den Vorgängern gelungen. Vor allem im direkten Sonnenlicht kommen die Vorteile des Displays zur Geltung: Die Sonne reflektiert zwar wie gewöhnlich im Display selber – aufgrund der Technologie des Screens bleibt aber dennoch alles einwandfrei erkenn- und lesbar.

Direkt einstrahlendes Sonnenlicht kann dem Display fast nichts anhaben

Grosse Freude für Nachteulen

Samsung hat im hauseigenen Internet-Browser einen Nachtmodus eingebaut, welcher sämtliche weissen Hintergründe im World Wide Web auf dunkelgrau bzw. schwarz umfärbt und so ebenfalls ein kleines jedoch hervorragendes Feature abgibt, bravo! Egal ob man vor dem Schlafengehen noch ein paar Minuten surfen will oder mitten in der Nacht das Bedürfnis dazu verspürt: Es ist wahnsinnig angenehm, in diesem Internet-Nachmodus übers Handy zu streichen, ohne dass man gleich ins Nirvana geblendet wird.

Wenn man die Zeit etwas zurückdreht und die Unterschiede zwischen dem S8 und S9 anschaut, waren diese nur marginal. Umso erfreulicher sind die Neuheiten beim S10+: Die Gesichtserkennung funktioniert sehr gut und der integrierte Fingerabdruck-Sensor leistet einwandfreie Arbeit. Dieser ist jedoch bei ausgeschaltetem Display nicht immer auf Anhieb zu treffen. Bei aktivem Display wie im Video klappt dies jedoch ohne Probleme.

Klappt problemlos: Der Fingerabdruck-Scan

Kamera-Wahn

Das neue S10 ist das erste Galaxy-Smartphone mit einer Triple-Kamera. Gut erkennbar an den horizontal angeordneten Objektiven auf der Rückseite des Handys.

Die Kameras in der Nahaufnahme

Diese Linsen-Kombination erlaubt es, wahlweise im Ultra-Weitwinkel, Weitwinkel oder nahe aufzunehmen. Der Ultra-Weitwinkel ist perfekt für Landschaftsaufnahmen oder für Gruppenfotos geeignet.

Selfie-Fetischisten kommen auf ihre Kosten

Verrenken adieu. Beim neuen S10 reicht es aus, wenn man im Selfie-Modus kurz seine Handfläche hochhält. Man positioniert sich also wie gewünscht vor der Kamera: Alleine oder mit ein paar Freunden. Eine der Personen hebt kurz seine Hand, diese wird von der Kamera innerhalb einer halben Sekunde erkannt, und aktiviert so den Selbstauslöser. Danach hat man noch zirka zwei Sekunden Zeit bis das Foto geknipst wird. Das ist zwar ein kleines Feature, welches ich aber unglaublich gut umgesetzt finde.

Die perfekte Kamera für Instagramer*innen?

Richtig gelesen: In der heutigen Instagram-Szene scheint es unglaublich wichtig zu sein, immer toll, makellos und frisch auszusehen. Der optionale Beauty-Filter der S10-Kamera kommt hierbei einen grossen Schritt entgegen. Wie wäre es also, wenn man mit ein paar Befehlen überflüssige Fettablagerungen im Gesicht verschwinden lassen kann? Cool genug? Ich gehe noch einen Schritt weiter und optimiere meine Nase, Lippen, Augen Haut und Falten. Und hier das Ergebnis:

Zeitlupe macht alles besser

Selbstverständlich darf beim neusten Ableger der Galaxy S10-Reihe auch der Super-Slow-Motion-Videomodus nicht fehlen. Klar ist dieser keine Weltneuheit. Jedoch immer wieder nett anzusehen und kann auch schön unterhalten. Ich habe für den Test ein Super Slow Motion Video gemacht beim Mixen eines Zitronenkuchen-Teiges und dazu mit netter Musik (ebenfalls direkt vom Galaxy Smartphone) untermalt.

Mixer und Zitronenkuchenteig in Super-Slow-Motion

Intelligente Scan-Funktion

Was mir ebenfalls positiv ausgefallen ist, ist die Scan-Funktion beim Fotografieren eines Textes. Dieser wird bei genug naher Distanz automatisch erkannt und lässt sich auf Befehl scannen. Egal ob der Text gerade oder etwas schief im Bild ist. Es wird ein neues Bild mit dem perfekt lesbaren Text erstellt.

Grosser Speicher & vorinstalliere Software

Die 128 GB Variante des S10+ besitzt leider einige für mich nicht interessante Software wie z.B. den Game Launcher, Facebook, Samsung Pay und weitere. Diese lassen sich leider nicht vom Speicher entfernen oder löschen. Sie bleiben auf dem Smartphone – unbenutzt. Speicherplatz belegen sie dennoch. Des Weiteren befinden sich verschiedene Microsoft Apps im gleichnamigen Ordner, welche sich ebenfalls nicht deinstallieren lassen. So frisst die vorinstallierte Software alleine 20 GB Speicher .

Ende gut, alles gut!

Samsung hat für seine drei S10 Modelle viele gute Ideen aus der Smartphone-Welt vereint und einwandfrei umgesetzt. Vor allem die zahlreichen Möglichkeiten der Kamera werden meiner Einschätzung nach viele Fans finden. Auch das HDR+-Display und die Extras sind bisher unerreicht und somit «state of the art».

Mich hat das Samsung Galaxy S10+ vollends begeistert und ich überlege mir den Wechsel auf Android. Jedoch reicht für mich persönlich das S10e: Die kleine, kompakte Version und der seitliche Fingerabdruck Scanner haben mich da mehr überzeugt. Ausserdem liegen budgettechnisch grosse Unterschiede dazwischen, was mir mit dem S10e ebenfalls in die Karten spielen würde.


0       Kommentare Geposted von Kerim Kecelioglu

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