Es werde Licht – und zwar einfach und automatisch

philips_hue_bewegungsmelderEs ist wieder soweit. Die triste Jahreszeit, in der es bei mir morgens beim Verlassen der Wohnung und abends beim Heimkommen jeweils stockdunkel ist, sie hat begonnen. Gut, habe ich nun schon seit einiger Zeit eine Lichtinstallation mit verschiedenen Komponenten aus dem Hue-Sortiment von Philips, das macht die Sache etwas erträglicher.

Seit ein paar Wochen besitze ich auch das neueste Mitglied der Hue-Familie, den Motion Sensor. Der Bewegungsmelder, der während der diesjährigen IFA seine Premiere feierte, hat mich noch ein Stück bequemer gemacht. Ob das nun positiv oder negativ ist, das kommt auf die Sicht des Betrachters an. Ich finde, man kann es nie bequem genug haben, und bereue die Neuanschaffung darum überhaupt nicht. Auf der ganzen Linie überzeugen kann mich das Produkt bis jetzt aber noch nicht.

Zweitverwertung als Nachtlicht
Bevor wir dazu kommen, was der Hue-Bewegungsmelder noch nicht kann, schauen wir uns aber doch erst an, was er kann beziehungsweise wo ich ihn einsetze. Gekauft habe ich mir den Sensor für den Flur. Wenn ich nach Hause komme und vor lauter Einkäufen, der aktuellen Post und was auch immer keine Hand mehr frei habe, dann muss ich nun nicht mehr erst alles ablegen oder ganz akrobatisch mit dem Ellenbogen einen Schalter betätigen, um Licht zu machen. Auch das Smartphone kann in der Hosen- oder Jackentasche bleiben.

Hue-Kenner werden sich jetzt fragen, warum ich dafür nicht einfach die vorhandene Geofencing-Funktion nutze, also dass sich das Licht automatisch einschaltet, wenn ich beziehungsweise mein Smartphone sich meiner Wohnung nähern. Ich habe das versucht, leider nur mit mässigem Erfolg. Ausserdem verrichtet der Bewegungsmelder in meinem Flur gleich noch einen zweiten Dienst: Durch eine geschickte Platzierung und Ausrichtung habe ich es geschafft, nicht nur mein Nachhausekommen automatisch zu erleuchten, sondern muss nun auch bei nächtlichen Spaziergängen in der Wohnung nicht mehr ganz im Dunkeln tappen. Beim Verlassen des Schlafzimmers wird nämlich automatisch ein Nachtlicht aktiviert.

hue_app_tag_nachtWann für mich beziehungsweise für den Sensor Nacht ist, das kann ich in der Hue App festlegen. Momentan funktioniert das jedoch nur generell. Ich kann also zum Beispiel nicht zwischen Arbeitstagen und Wochenende unterscheiden. Also ich kann schon, aber nicht automatisch, sondern müsste immer freitags und montags manuell in den Einstellungen die Zeiten anpassen.

Sehr praktisch ist dafür, dass ich in den Einstellungen auch definieren kann, nach welcher Zeit ohne erkannte Bewegung die Lampen sich automatisch dimmen und dann ganz ausschalten. Das spart den einen oder anderen Meter zum Lichtschalter oder zum Smartphone und je nach Anwendung auch Strom. Schade ist allerdings, dass es momentan noch keine Möglichkeit gibt, die Ausschaltzeit zum Beispiel für Tag und Nacht unterschiedlich einzustellen. In meinem Fall, wo der Motion Sensor gleich zwei Funktionen hat, wäre das nicht schlecht. Das Nachtlicht brauche ich effektiv nur für 2,3 Minuten, für das „normale“ Licht ist diese Einstellung in der Regel zu kurz.

Installation in unter 5 Minuten

Die Installation und Inbetriebnahme des Hue Motion Sensors ist für jemanden, der bereits ein Hue-System besitzt, ein Kinderspiel und eine Sache von unter fünf Minuten:

  1. Auspacken
  2. Plastikstreifen, der aus dem Batteriefach herausragt, entfernen
  3. Einfach irgendwo hinstellen oder anschrauben beziehungsweise magnetisch anbringen (Material dafür wird mitgeliefert)
  4. Horizontal oder vertikal um 60 Grad ausrichten (Erfassungswinkel insgesamt 100 Grad)
  5. Die neue (!) Philips Hue App öffnen, das kurze Setup durchführen und den Sensor schliesslich mit der Hue Bridge verbinden.
  6. Konfigurieren was möglich und nötig ist und das Licht künftig nicht nur per Schalter, Handy, Uhr oder Stimme, sondern auch durch Bewegung steuern.

Wer Philips Hue noch nicht kennt, findet auf dieser Seite alle nötigen Informationen. Weitere Informationen zum neuen Bewegungsmelder für 44 Franken gibt es hier.

Bewegungsempfindlichkeit lässt sich anpassen
Natürlich kann man den neuen Hue-Bewegungsmelder nicht nur im Flur platzieren. Doch was ist in sinnvoll und was nicht? Vor der fixen Installation habe ich ein bisschen herumgespielt. Ich habe den Sensor beispielsweise direkt unter mein Bett gestellt, so dass beim Aufstehen automatisch das Licht angeht. Funktionierte wie gewünscht. Doch auch hier gilt: Tag und Nachtzeit nach Wochentag regeln zu können wäre nett, damit ich am Sonntag um 9.00 Uhr beim Aufstehen nicht vom sonst um diese Uhrzeit normalen, grellen Licht, sondern noch vom sanften Nachtlicht begleitet werde.

hue_app_bewegungsempfindlichkeitIch habe den Bewegungsmelder auch noch am Schrank in meinem Schlafzimmer angebracht und dabei festgestellt, dass auch die kleinsten Bewegungen im Bett registriert werden und Folge dessen das Licht immer wieder angeht. Anstatt den Sensor jetzt einfach umzuplatzieren, habe ich in der Hue App einfach mal die Bewegungsempfindlichkeit heruntergeschraubt. Und siehe da: Auf der Stufe „Niedrig“ ging das Licht von nun an erst an, wenn ich mich wirklich sehr stark bewegte, also zum Beispiel aufstand und mich auf den Sensor zubewegte.

Mit der Bewegungsempfindlichkeit und natürlich auch der Platzierung des Motion Sensors sollten sich insbesondere auch Haustierhalter auseinandersetzen – ausser sie wollen, dass ihre Katze oder ihr Hund das Licht nachts bei jeder Bewegung ein- und ausschaltet. Tagsüber ist das kein Problem, dank einem in das Produkt integrierten Tageslichtsensor. Das heisst, wenn genug natürliches Licht vorhanden ist, gehen die Hue-Lampen erst gar nicht an. Auch diese Einstellung lässt sich manuell anpassen.

Bis zu 12 Bewegungsmelder für insgesamt 50 Lampen
Im Wohnzimmer und in der Küche habe ich den Sensor auch kurz ausprobiert, aber für mich keine wirklich nützliche Anwendung gefunden. Vielleicht sieht das bei Dir anders aus? Dann teile mir das doch via Kommentar mit. Bin gespannt.

Ganz lustig war der Test im Badezimmer. Dabei habe ich festgestellt, dass es das passive Infrarotsignal des Hue-Bewegungsmelders nicht durch meinen Duschvorhang schafft. Das heisst, eine automatische Ausschaltzeit von unter fünf Minuten ist im Bad vielleicht nicht optimal, sonst steht man plötzlich nass im Dunkeln und winkt wie wild neben dem Vorhang hervor. Oder ich platziere den Sensor einfach an der Decke, so dass er über den Duschvorhang blickt, das ist auch eine Variante.

Natürlich habe ich mich vor dem Einsatz im Bad auch kurz darüber informiert, wie wasserdicht der Motion Sensor überhaupt ist. Er ist nach IP42 zertifiziert, das heisst «nur» gegen Tropfwasser geschützt. An einen Ausseneinsatz habe ich mich daher nicht gewagt. Insgesamt lassen sich übrigens bis zu 12 Bewegungsmelder gleichzeitig nutzen. Diesen kann man jeweils bis zu drei Räume zuweisen und sie insgesamt mit bis zu 50 Lampen verbinden. Der Fantasie sind von daher also fast keine Grenzen gesetzt.

philips_hue_bewegungsmelder_verpackungFazit
Philips muss vor allem noch an der Software und den Einstellungsmöglichkeiten arbeiten, die Hardware passt.

Besonders lobenswert: Die schnelle Reaktionszeit von unter 0,5 Sekunden, die verschiedenen Montagemöglichkeiten und der Batteriebetrieb mit zwei AAA-Batterien, die für rund zwei bis drei Jahre Strom liefern sollen.
Nicht optimal: Um den Hue Bewegungsmelder nutzen zu können, benötigt man die neue Hue App, mit der alten klappte bei mir die Verbindung mit der Bridge nicht. Auch mit Drittanwendungen wie beispielsweise Huetro für Windows-Geräte lässt sich der Motion Sensor aktuell noch nicht bedienen. Huetro-Entwickler Nils Laute verspricht aber, dass die Unterstützung bald kommen wird (Update vom 20.12.16: Mit Version 3.7 wurde die Funktion inzwischen implementiert).

Schade ist auch, dass das Produkt momentan leider (noch?) nicht kompatibel zu anderen Smart-Home-Lösungen ist. Stellen Sie sich vor, wie angenehm es doch wäre, wenn nach einem strengen Tag im Büro beim Nachhausekommen nicht nur automatisch das Licht angeht, sondern Sie auch gleich von Ihrer Lieblingsmusik begrüsst werden? Nur so ein Beispiel.


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0       Kommentare deaktiviert für Es werde Licht – und zwar einfach und automatisch Geposted von Michel Vogel

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