Eine kleine Geschichte des Advents

Christmas background with hot wine punch, cookies and smiling gi
Wenn die Tage nicht mehr kürzer und dunkler und viel kälter werden können, ist das ein eindeutiges Indiz dafür, dass der Advent bevorsteht. Die letzten Tage des Jahres werden dominiert von Guetzli, Grittibenz, Lebkuchen, Punsch, Weihnachtsmärkten, Ungeduld, Vorfreude… Was verbirgt sich aber eigentlich genau hinter dem letzten, süssen Monat im Jahr?

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Zimetstern hani gern, Mailänderli au…

Als Advent werden die vier Wochen vor Weihnachten bezeichnet. Abgeleitet vom lateinischen adventus bedeutet es so viel wie Ankunft – natürlich nicht der Guetzli, Schoggi oder des Samichlauses, sondern die Ankunft des Herrn (adventus Domini). Bezeugt ist der Advent in der Liturgie erstmals im 4. und 5. Jahrhundert und war als Fastenzeit begangen worden.

Papst Gregor der Grosse fixierte rund hundert Jahre später die Adventsdauer von vier Sonntagen. Bis heute hat sich die vorherige Praxis mit sechs Sonntagen noch in der ambrosianischen Liturgie Mailands, dem mozarabischen Kalender in Spanien und in der syrisch-orthodoxen und orientalischen Kirche erhalten.

Der Zahn der Zeit

Bis in die Gegenwart hat sich das Verständnis des Advents stark gewandelt. Selbst die liturgischen Bräuche, wie sie gefeiert werden, sind noch relativ jung und wurden 1570 von Papst Pius für die gesamte katholische Kirche (mit Ausnahme von Mailand) festgeschrieben. Die Prioritäten verlagerten sich und neue Bräuche kamen hinzu: der Samichlaus (ab dem 11. Jhd.), Weihnachtsspiele in St. Gallen (14. Jhd.), der Lichterbaum im 19. Jhd. Die Liste liesse sich mit Weihnachtsmärkten, Adventskalendern und dem Genuss von Punsch, Lebkuchen und weiteren Gebäcken endlos weiterführen.

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Selbstgemacht ist eben doch am schönsten – oder wenn es die Schwester fabriziert ;-)

Neben diesen Veränderungen weg von einem rein kirchlichen Brauch hin zu weitverbreiteten Traditionen hat sich auch der Zeitpunkt des Bescherens verschoben. Während der Samichlaus bis um 1800 – vor allem in der katholischen Schweiz – die Geschenke für die Kinder brachte, löste das Christkind diesen ab. Dieser Wechsel geht auf Luther zurück, denn die evangelische Kirche praktiziert keine Heiligenverehrung.

Potpourri der Schweizer Samichlaus-BräucheNikolausmtzen in der ReiheNichts desto trotz blieben in der Schweiz zahlreiche, vielseitige, bunte Chlaus-Bräuche erhalten wie zum Beispiel

red santa clausEinige davon stammen sogar noch aus dem Mittelalter und werden mit grosser Hingabe gepflegt. Ein Grund mehr einmal einen solchen Anlass zu besuchen bevor der Advent und die Weihnachtszeit wieder für ein weiteres Jahr «Geschichte» sein werden.

En schöna und besinnlicha Advent Eu allna! :-)

 


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0       Kommentare Geposted von Alexandra Donat

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