«Fussball lässt Kinder Kinder sein!»

Mario Sager gründete mit knapp 21 Jahren das Unternehmen MS Sports. Aus dem ehemaligen Fussballer ist ein Nachwuchsförderer per excellence geworden. Für ihn stehen klar die Kinder, der Spass am Sport und das runde Leder im Zentrum seiner Tätigkeit. DSC_0175

Mario Sager steht im Interview Rede und Antwort. Ihr erfahrt unter anderem, wie die Camps entstanden sind, was die momentanen Knackpunkte sind, und, und, und…

Was beflügelte Dich zur Idee mit den Fussballcamps?

Ich wollte nach der Matura professionell Fussball spielen. Habe voll auf den Fussball gesetzt, musste aber mit zwei schweren Verletzungen kämpfen. Das warf mich zurück. Ein paar Einsätze hatte ich beim FC Luzern in der Nati B. Da dachte ich, dass ich in meiner Verletzungspause etwas für Kinder auf die Beine stellen könnte, anstatt immer nur in die Physio zu gehen. Also habe ich kurzerhand Trainings organisiert und daraus ist das erste Camp entstanden. 2007 in Eschenbach hatten wir gleich 80 Anmeldungen. Und wenn es dort funktionierte – dachte ich mir – wird es das wohl auch anderswo. 2008 waren es bereits zehn verschiedene Standorte.

Hast Du seit jeher ein Flair für Kinder?

Ja. Ich habe immer nebenbei, während der Schule und dem Sport, noch Gruppen geleitet. Ich finde es super, wenn ich das, was ich früher einmal gelernt habe, weitergeben kann.

Die Camps sind sehr beliebt. Was genau ist Dein persönliches Erfolgsrezept?

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Mario Sager freut sich auf die Campsaison 2016

Die Zutaten zum Erfolg sind mein Herzblut und das des Betreuerteams. Die Schwierigkeit aber besteht darin, unsere Leidenschaft den temporären Kollegen und Kolleginnen weiterzugeben. Ganz nach dem Motto «Vollgas und Motivation ist alles». Ich möchte niemanden im Team haben, der nur wegen des Arbeitens kommt, sondern weil man es gerne macht und Wissen und Spass weitervermitteln möchte. Natürlich braucht es zum Gelingen noch eine seriöse Organisation. Das Einzige, das wir für die Kids nicht planen können, ist das Wetter.

Bleibt denn das Team grundsätzlich so bestehen?

Wir sind sieben Festangestellte und bilden ein langjähriges Team. Vor zwei Jahren wurde es durch einen internen Wechsel aufgefrischt. Es stiessen ein paar neue dazu wie beispielsweise mein Bruder Adrian. Bei den freien Crewmitgliedern gibt es einige, die seit dem allerersten Camp regelmässig kommen. Von jährlich 200 eingesetzten Leuten bleiben schätzungsweise 130 bis 140 für nächstes Jahr. Ich bin momentan sehr zufrieden mit meinem Team! Es ist einfach der Hammer!

Wie gestaltete sich der Start des Projektes und wie war es tatsächlich, Unterstützung zu finden?

Das Sponsoring war eine riesige Herausforderung. Einerseits war ich noch sehr jung und hatte damals mit 21 Jahren einen gewissen «Jugendbonus». Andererseits merkte ich schnell, wie knallhart das Business ist und dass ich wirklich etwas Gutes bieten muss, um die entsprechende Unterstützung zu erhalten. Den Durchbruch schafften wir 2011 zusammen mit der Raiffeisen Bank. Von da an wurden die Camps schweizweit angeboten. In kurzer Zeit konnte die Anzahl Camps mehr als verdoppelt werden.

Triffst Du auf viele «Wiederholungstäter»?

Ja. Das Ziel ist, dass die Kinder zwischen sechs bis sieben Jahren beginnen teilzunehmen und letztmals mit 15 Jahren dabei sind. An Standorten, wo schon früh Lager durchgeführt wurden, sind es fast schon 80 Prozent.

Gibt es dann jedes Jahr ein neues Programm, weil eine grosse Anzahl immer wieder teilnimmt?

Das Fussballtraining ist von Mal zu Mal unterschiedlich. Wir setzen zusätzlich Themen und Schwerpunkte für die Woche. Daneben wurden die Disziplinen der Lagerolympiade neu konzipiert und die Mini-WM optimiert. Auch die Autogrammstunden bringen Abwechslung und beim Lotto über den Mittag haben wir neue Preise. Im Zentrum steht trotzdem ganz klar der Fussball. Wir möchten, dass die Kinder Fortschritte machen. Wir sind Fussball – leben Fussball – geben unsere Begeisterung weiter!

Mit Kindern zu arbeiten ist nicht immer so einfach. Wie gestaltet sich Deine Arbeit mit ihnen?

Wenn mehr Kinder dabei sind, ist es automatisch eine grössere Herausforderung. Wir verfolgen aber die Philosophie, dass Kinder Kinder sind. Genau das dürfen und sollen sie bei uns sein. Eine gewisse Linie haben wir natürlich, damit zum Beispiel der Lärmpegel beim Mittagessen nicht aus dem Ruder läuft, und gegen Mobbing sind wir sehr aktiv. Es soll schliesslich jedem Kind bei uns gefallen!

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Früh übt sich…wer Meister werden will :)

Was war bisher Dein aussergewöhnlichstes Erlebnis?

Es sind die kleinen Dinge, die extrem schön sind. Wir können die Stimmung schnell spüren und sehen, wie glücklich die Kinder sind. Das motiviert uns, dafür hart zu arbeiten.

Die Kinder trainieren in Zwölfergruppen: wie kommen diese Zustande?

Sie können sich für Fun- oder Leistungscamps anmelden, ihre Stärke und Gruppenwünsche angeben. Das ist wichtig, wenn zwei Kumpels unbedingt zusammen in einer Gruppe sein möchten oder dass Mädchen nicht ganz alleine mit Jungs sind.

Wie hoch ist der Anteil an Mädchen überhaupt?

Wir haben die Zehn-Prozent-Marke bei den Fussballerinnen noch nicht geknackt. Beim Tanzen und Reiten hingegen liegt der Anteil bei 80 und 95 Prozent. Frauenfussball ist zwar stark im Kommen in der Schweiz, trotzdem tun wir uns schwer beim Mädchenanteil. Es wäre sehr schön, wenn dieser bald steigen würde! Weil es eben auch ein toller Sport für Mädels ist.

Wie gesagt gibt es noch Reit-, Tanz- und Tennis- camps. Waren diese von Anfang an in der Planung inbegriffen?

Ich habe die Firma MS Sports genannt, weil ich hoffte oder vermutete, dass noch andere Sportarten dazu kommen könnten und sollten. Mittlerweile setzen wir auf diese vier Sportarten. An den Fussball kommt aber noch keine heran. Letztes Jahr haben wir im Fussball etwa 5900, im Tanzen 800, im Tennis und Reiten je etwa 400 Kinder gecoacht.

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Alle Kinder geben Vollgas und sind voller Begeisterung dabei

Die allerersten Camps dieser Saison sind vorbei. Kannst Du da schon ein Fazit ziehen?

Es hat alles geklappt: die Adidas Bälle sind am Gründonnerstag angekommen, die meisten Camps waren ausgebucht und sind reibungslos verlaufen, mit dem Wetter hatten wir ebenfalls Glück. Unser Fazit ist also durchwegs positiv. Es ist jedes Mal eine Erleichterung, wenn beim ersten Camp der Saison alles funktioniert – und vor allem wenn die Kids dabei einen heiden Spass hatten!

Mehr Infos zu allen Camps findet Ihr hier: http://www.mssports.ch/home/ und https://www.brack.ch/fussballcamps.

Und damit bis zum Camp oder den Sommerferien geübt werden kann, findet Ihr in unserem Sortiment verschiedene Bälle und Zubehör.

 


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1       Kommentar Geposted von Alexandra Donat

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