MWC am Montag

5G, autonome Autos, Antennen, jede Menge Zubehör, noch mehr Telefone, ziemlich viele Besucher und enorm viel Sicherheitskräfte: So präsentiert sich der Mobile World Congress, die grösste Messe für Mobiltelefonie der Welt, dieses Jahr in der Hauptstadt Kataloniens, Barcelona. Redaktor Dani durfte diesmal die Produktmanager begleiten. Hier einige Eindrücke mit einigen spannenden Neuheiten und einigen skurrilen Überraschungen.

Bei Samsung im Zentrum standen natürlich die neuen (und bereits vorbestellbaren) Samsung Galaxy S9/S9+ in allen Facetten im Mittelpunkt. Entsprechend gross auch der Ansturm, die neuen Modelle ausprobieren zu wollen. Wir mussten natürlich die AR Emojis und die Superzeitlupe ausprobieren. Mit dem DeX Pad wird das S9 sogar zum Desktop-Computer inklusive Trackpad. Ausserdem gab’s mit dem HMD Odyssey auch ein Windows Mixed Reality Headset zum Ausprobieren. Ich hab’s noch nicht getan, aber es soll wirklich ein Erlebnis sein.

Huawei zeigte mit dem Huawei Matebook X Pro und dem Tablet MediaPad M5 zwei meiner Meinung nach richtig schicke Geräte.  Das Notebook ist leicht, gut verarbeitet und hat dank der Versenkung der Webcam in die Tastatur auch oberhalb des 3K-Touchscreens nur einen ganz schmalen Rand. Das Tablet überzeugt nicht nur beim Look, sondern auch bei der Akkulaufzeit, die zehn Stunden betragen soll. Vier Lautsprecher sorgen für zehn vergnüglich vertonte Stunden. In die Tastatur gedockt wechselt es in eine Art Desktop-Modus.

Bullitt/Cat/Land Rover: Das neue Land-Rover-Telefon ist etwas für Aktive und Abenteurer. Es verfügt nicht nur über ein extrem robustes Gehäuse mit Design-Akzenten vom gleichnamigen Geländefahrzeug, sondern auch über spezielle Software für Sportler, z.B. für Skifahrer, Biker oder Wanderer. Spannend ist das modulare Erweiterungssystem. Nebst einem GPS-Modul gibt es beispielsweise auch einen besonders starken Akku, der sich einfach aufsetzen und wieder abnehmen lässt.

Das Cat S61 hingegen ist etwas für Heim- und Handwerker. Es verfügt nicht nur wie das S60 über eine eingebaute Flir-Wärmebildkamera, sondern auch über einen lasergestützten Entfernungsmesser und einen Luftqualitätssensor.

Bei ZTE gibt es dieses Jahr nicht wahnsinnig viel Berichtenswertes zu sehen. Ausser der Kuriosität namens ZTE Axon M. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein normales Android-Smartphone, doch lässt es sich auseinanderklappen. Etwa so, wie wenn der Kantinenkoch das Pouletbrüstli in der Mitte einschneidet und dann auseinanderfaltet, um eine möglichst grosse Oberfläche zu erhalten. Beim Axon M heisst das: ein doppelt so grosser Screen! Man kann Anwendungen so ganz anders erfahren, z.B. oben das Video ansehen und unten die Kommentare dazu lesen. Der eine Screen lässt sich jedoch auch auf dem andern einfach spiegeln oder einfach ganz abschalten. Wir mögen so „nischiges“ Zeug sehr, ob es dafür einen grossen Markt gibt, sei dahingestellt. ZTEs Edelmarke Nubia zeigte seine Modelle Z17S und Z17miniS sowie den Prototypen zu einem Gamer-Smartphone mit acht Gigabyte RAM.

 

Auf dem Stand von Xiaomi gibt es allerhand zu sehen, nebst Handys auch Notebooks, VR-Headsets, Kopfhörer, Lampen, eine 360-Grad-Kamera und , am interessantesten für mich, LEGO-Mindstorms-ähnliche Roboter zum Zusammenbauen und Programmieren via App.

Energizer macht nicht nur Batterien, sondern auch Telefone und Zubehör. Natürlich muss ein Energizer-Telefon auch ordentlich lange Saft spendieren. Das P16K Pro hat einen 16’000-mAh-Akku eingebaut. Das macht das Gehäuse nicht gerade dünn, aber hey, über einen Monat nicht aufladen, das hat was Befreiendes. Leider konnte man das Gerät nur in ausgeschaltetem Zustand betrachten.

Designt in der Schweiz werden die Smartwatches von MyKronoz. Die bereits früher vorgestellten Modelle ZeTime und die kleinere ZeTime Petite verbinden ein Touchdisplay mit mechanischen Zeigern.

Bei HTC gab es vor allem im Bereich AR/VR einiges auszuprobieren, zum Beispiel die HTC Vive Pro mit grösserer Auflösung und dank Wireless-Adapter grösserer Autonomie.

Das neue LG V30S ThinQ mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz für Kamera und Assistant-Funktionen haben wir noch nicht angeschaut, uns hat es dieses Food Center mit eingebautem halbtransparentem Screen und Browser angetan.

Android Oreo (Go Edition): Die Go-Edition ist eine besonders schlanke Version des Betriebssystems, das auch Handys mit 1 GB Arbeitsspeicher sehr flüssig bedienbar macht. Google hat auch einige Apps in einer Go-Version herausgebracht, die weniger Arbeitsspeicher belegen und weniger mobile Datenverbindungen brauchen sollen.

Der chinesische Hersteller Leagoo hat mit einem Star des Fussballclubs Tottenham Hotspur das S9 lanciert. Zwar heisst es S9 wie Samsungs neustes Telefon, doch ist es optisch eine Kopie des iPhones X, samt der unpopulären „Notch“.


Persönliches Fazit: Bei den Telefonen sieht inzwischen fast alles gleich aus wie die Designs der führenden Hersteller. Eine Gleichförmigkeit, die nur noch von der bei den Notebooks übertroffen wird. Dazu kommt, dass die Neuerungen eher inkrementell sind. Etwas Revolutionäres bringt der Handymarkt momentan nicht hervor. Dafür immer leistungsfähigere, schnellere, hübschere Geräte mit besseren Kameras. Apropos hübsch: Die „screen-to-body ratio“, also das Verhältnis der Fläche, die der Bildschirm ausmacht gegenüber der Gesamtfläche der Telefon-Vorderseite, scheint der neue Längenvergleich geworden zu sein. Fast wie bei den Fernsehern vor ein paar Jahren: Jeder Hersteller versucht, die anderen zu unterbieten, was Bildschirmrand-Breite betrifft.

PS: Weitere Impressionen gibt’s in unserer Instagram-Story. Falls Ihr mehr zu einem bestimmten Produkt wissen wollt, einfach in den Kommentaren fragen. Wir versuchen, eine Antwort darauf zu finden.


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0       Kommentare Geposted von Daniel Rei

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